Fachtagung
Inklusion
Glaube, der Raum schafft –
Inklusion als gemeinsame Gestaltung
von Spiritualität und Teilhabe
Donnerstag, 7. Mai 2026
in Winterthur
Inhalt
Die Tagung stellt die Frage, wie Kirche und soziale Institutionen gemeinsam angepasste Räume schaffen können. Menschen mit und ohne Behinderungen aller Generationen leben und gestalten darin ihren Glauben. Es geht um mehr als bauliche Barrierefreiheit – im Zentrum steht die ganzheitliche Teilhabe: Wie lassen sich Gottesdienste, Gemeinschaft und Zusammenleben so gestalten, dass alle sich angesprochen, ernstgenommen und befähigt fühlen? Menschen mit Behinderungen werden dabei nicht als Objekte karitativer Fürsorge betrachtet, sondern als aktive, gleichwertig begabte Gegenüber. In einem partizipativen Prozess wollen wir neue Formen von Spiritualität, Beteiligung und Zugehörigkeit entwickeln.
Ziel ist es, voneinander zu lernen und gemeinsam einen inklusiven Raum des Glaubens und der Gemeinschaft zu gestalten, der nicht an der Tür der Kirche oder Institution endet.
Zielpublikum
Die Tagung richtet sich an verantwortliche und interessierte Menschen aus Kirchen, sozialen Institutionen respektive Sozialdiakonie und Ausbildungsstätten, Politik und christlichen Non-Profit-Organisationen, Beratende im psychosozialen Bereich, soziale, psychologische und medizinische Fachleute sowie Menschen mit Behinderung, Angehörige und Begleitpersonen.
Alles wichtige zur
Fachtagung Inklusion
Keynote
Prof. Dr. John Swinton
In meinem Vortrag werde ich untersuchen, wie christliche Theologie und Praxis Gemeinschaften prägen können, in denen alle Menschen, einschliesslich Menschen mit Behinderungen und psychischen Problemen, als integrale Mitglieder des Leibes Christi anerkannt werden. Ich werde untersuchen, wie die Praktiken des Gottesdienstes, der Seelsorge und des Gemeinschaftslebens über die Inklusion als Anpassung hinausgehen und zu einer Zugehörigkeit als gegenseitige Transformation führen können. Ausgehend von biblischen, theologischen und pastoralen Erkenntnissen werde ich Wege aufzeigen, wie Kirchen und christliche Institutionen Räume der Gastfreundschaft schaffen können, in denen die Gaben jedes Einzelnen das Leben der gesamten Gemeinschaft neu gestalten.
Programm
09:15 - 09:30 Begrüssung
09:30 - 10:30 Keynote von Prof. John Swinton
10:30 - 11:00 Intermezzo, Pause
Wir freuen uns auf ein Intermezzo von Gisella Bächli (Sozial- und Theaterpädagogin) und machen danach eine Erfrischungspause.
11:00 - 12:00 Vertiefungsseminar - Runde 1
Liste der Vertiefungsseminar siehe weiter unten
12:00 - 13:30 Mittagessen
13:30 - 14:30 Vertiefungsseminare - Runde 2
14:30 - 15:00 Pause
15:00 - 16:00 Podiumsgespräch
Am Gespräch nehmen folgende Personen teil:
– Isabelle Deschler – Beauftrage Menschen mit Behinderung, kath. und ref. Kirchen Aargau
– Caroline Naeff – Beauftragte für Menschen mit Beeinträchtigung, ref. Kirche St.Gallen
– Simone Leuenberger – Präsidentin Glaube und Behinderung, Gymnasiallehrerin, Grossrätin Kt. Bern
– Etienne Wolf – Leiter Weiterbildung und Co-Geschäftsleitung HF ICP
– Urs Thalmann – Pastor Arche Winterthur
– Oliver Merz – Theologe und Leiter des Instituts Inklusiv
16:00 - 16:15 Abschluss und Verabschiedung
Vertiefungsseminare
1. Zeit, Präsenz und der Rhythmus der Inklusion
Dieser Workshop erkundet, wie das Tempo unserer Gemeinschaften das Zugehörigkeitsgefühl prägt. Ausgehend von theologischen Erkenntnissen über Zeit und Präsenz betrachten wir, wie das Verlangsamen und die gegenseitige Aufmerksamkeit zu Praktiken der Gnade und echter Inklusion werden können.
Prof. John Swinton
2. Bausteine einer inklusiven Kirche
Sensibilisierung – Selbst-Mitbestimmung – Vernetzung
Wie kann eine Kirchgemeinde inklusiv gestaltet werden – offen für alle sein?
In diesem Workshop setzen wir Impulse für ein inklusives Gemeindeleben. Gemeinsam arbeiten wir an drei zentralen Themen:
- Sensibilisierung: Barrieren erkennen und abbauen – in Haltung, Sprache und Struktur.
- Selbst-Mitbestimmung: Menschen ermutigen, das Gemeindeleben aktiv mitzugestalten.
- Vernetzung: Erfahrungen teilen, Kooperationen stärken und voneinander lernen.
Caroline Naeff ist Beauftragte der Arbeitsstelle Menschen mit Beeinträchtigung der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen
Selbstvertretende der Arbeitsstelle Menschen mit Beeinträchtigung der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen
Susanne Geisser, Claudia Kühne, Natascha Oberholzer, Donato Lorusso
3. Ganz normal im Altersheim
Inklusion am Beispiel einer Wohngruppe für Menschen mit Demenz
Gelebte Teilhabe von Menschen in einem Altersheim gehört heute zur Normalität und ist ein wichtiger Bestandteil der Dienstleistungsqualität. Eine besondere Herausforderung besteht darin, diese Normalität in der Begleitung von Menschen mit einer Demenz zu gewährleisten. Gerade in diesem Bereich ist die Barrierefreiheit nicht allein durch bauliche Massnahmen gewährleistet. Inklusion am Beispiel einer Altersheim-Wohngruppe für Menschen mit Demenz.
Ruedi Scherrer
ehem. Leiter Alters- und Pflegezentrum Escholzmatt
4. Wie schaffen wir Raum für Vielfalt in der Kirche?
Inklusion im städtischen Kontext
Wie verstehen und leben wir Inklusion als kirchliches Zentrum der Heilsarmee in Zürich: Wir zeigen anhand von Beispielen, welche Wege wir gegangen sind, um Flüchtlinge und Menschen am Rand der Gesellschaft zu erreichen, sie teilhaben zu lassen und sie in unsere Gemeinschaft zu integrieren.
Iris und Markus Muntwiler
Leitende Heilsarmee Korps Zürich Zentral
5. Ist Gott behindert?
Eine Einführung in die Theologie(n) der Behinderung
Wir beleuchten theologische und praktische Dimensionen von Theologie und Behinderung. Dabei fragen wir, wie Behinderung als theologische Perspektive unser Verständnis von Gott und der Schrift verändert, und wie reflektierte Praktiken die Kirche zu einer verkörperteren und glaubwürdigeren Ausdrucksform des Glaubens führen können.
Jonathan Verwer
Master of Theology, Theology and Disability an der University of Aberdeen. Pastor für Kinder und Jugendliche in der Viva Kirche Liestal und zugleich Vollzeitbetreuer seines Sohnes, der mit einer schweren intellektuellen Behinderung und weiteren gesundheitlichen Herausforderungen lebt.
6. Inklusiv Gottesdienst feiern – ein Salto Vitale
Liturgie inklusiv zu gestalten macht Freude, weil es dem Evangelium auf die Sprünge hilft.
Darüber reden und davon erzählen
- Prof. Ralph Kunz (ref.), Professor für Praktische Theologie Zürich,
- Dr. Ann-Katrin Gässlein (röm.-kath.) Liturgiewissenschafterin, theol. Fakultät Uni Luzern
- Christine Preis (meth.),Pfarrerin im Baselbiet.
7. Inklusion von hörbehinderten Menschen
Warum ist es wichtig, dass Kirchen und Institutionen gehörlose und schwerhörige Menschen einbeziehen? Und wie kann man das machen?
Wir werden unsere Erfahrungen mit verschiedenen Gottesdienstmodellen aus Vergangenheit und Gegenwart teilen. In unserer Arche-Winti-Gemeinde wird das aktuelle Best-Practice-Modell umgesetzt. Es ermöglicht gehörlosen und hörbehinderten Menschen, am wöchentlichen Gottesdienst vor Ort oder online teilzunehmen. Im Rahmen des Austauschs von Wissen und Erfahrungen werden wir demonstrieren, wie dies umsetzbar ist.
Prof. Patricia Hermann-Shores war 33 Jahre lang an der Internationalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH) in Lehre und Forschung tätig und ging Ende Juni 2025 in Pension.
Roland Hermann, Ehrenpräsident des Schweizerischen Gehörlosenbund (SGB-FSS) und langjähriger Aktivist, der sich für die schweizweiten Konzepte für eine inklusive Schweiz für Gehörlose und alle Menschen mit Hörverlust einsetzt.
Beide haben die derzeitige Deaf Community Group in der Arche Winti-Gemeinde in Winterthur initiiert und geleitet.
8. Recovery und Peer-Arbeit
Recovery und Peer-Arbeit stehen für Hoffnung und die Förderung von Teilhabe.
In diesem Workshop setzen wir uns mit zentralen Grundgedanken des Recovery-Ansatzes auseinander und fragen danach, wie wir den Menschen in seiner Ganzheit wahrnehmen können. Anhand konkreter Praxisbeispiele der Workshopteilnehmenden diskutieren wir Chancen und Risiken der Peer-Arbeit und machen gemeinsame Lernerfahrungen sichtbar. Der Workshop lädt dazu ein, eigene Haltungen zu reflektieren und sich auf neue Perspektiven einzulassen.
Etienne Wolf, Leiter Weiterbildung und Co-Geschäftsleitung HF ICP
Location
Arche Winti, Heinrich-Bosshard-Strasse 2, 8405 Winterthur
Anfahrt (Google Maps) >
Gebärdensprache
Alle Teile im Plenum sowie das Vertiefungsseminar 7 werden in Gebärdensprache verdolmetscht. Vier weitere Vertiefungsseminare (VS) werden je einmal ebenfalls in Gebärdensprache angeboten (siehe Vermerk „DSGS“ im Anmeldeformular).
Tagungsbeitrag und Anmeldeschluss
In den untenstehenden Tagungsbeiträgen ist die Mittags- und Zwischenverpflegung sowie ein Teilnahmebestätigung inbegriffen.
| Bei Anmeldung bis 28. Februar 2026 | CHF 140.— |
| Bei Anmeldung ab 1. März 2026 | CHF 170.— |
| Studierende, IV-Bezüger/innen und Assistenzpersonen (im Einsatz) | CHF 70.— |
Anmeldeschluss: 25. April 2026
Keynote

John Swinton
Prof. Dr. John Swinton ist Professor für Praktische Theologie und Seelsorge sowie Chair in Divinity and Religious Studies an der University of Aberdeen. Zuvor war er viele Jahre als psychiatrischer Pflegefachmann und Seelsorger tätig. Er gründete zentrale
Forschungseinrichtungen wie das Centre for Spirituality, Health and Disability und das Centre for Ministry Studies. Seine Forschung beleuchtet die Rolle von Spiritualität, Behinderung und Gesundheit in der Theologie – insbesondere in Bezug auf Demenz und psychische Erkrankungen. Swintons preisgekrönte Publikationen, u. a. Dementia: Living in the Memories of God und Finding Jesus in the Storm, haben ihn weltweit zu einer führenden Stimme in der praktischen Theologie gemacht. Er ist Ehrenprofessor für Pflege, Master von Christ’s College, königlicher Seelsorger (Queen’s Chaplain) sowie Fellow renommierter Fachgesellschaften.












